SOS - Musikland

Stimmen zum Thema

Sabina Hank  "Es gibt keine kunst, nur künstler, lautet ein spruch. Wir creativen werden im "musikland" als solche nicht wahrgenommen und respektiert: der prophet im eigenen land ist nichts wert. Hier muss man scheinbar zuerst wirklich immer den löffel abgeben, bevor man anerkennung erlangen darf. Woran das liegt? Ganz klar: an der fehlenden medienpräsenz. Tatsache und bittere realität. Wie sollen frau und herr österreicher jemals von all diesen wirklich wunderbar verborgen liegenden schätzen erfahren und in den genuss kommen, diese zu hören, wenn der ORF nicht an die eigenen kunstschaffenden und deren qualität glaubt? Woher kommt dieses mangelnde selbstbewusstsein? Es wäre schön, wenn wir uns nicht mehr als bittsteller fühlen müssten. Falco oder Joe Zawinul müssen keine einzelfälle bleiben: Wir sind da. Wir haben viel zu sagen. Und wir wollen endlich gehört werden."
Sabina Hank, www.sabinahank.com
Birgit Denk | © Foto: Lukas Beck, lukasbeck.com  "Musik ist ein wesentlicher Teil im Leben vieler Menschen. Für die, die sie hören, wie für die, die sie machen: bunt! Genau so bunt muss auch öffentliches Radio sein! Denn es ist 'unser' Radio. Es gehört uns allen und nicht nur der Ö3-Familie. Musik aus Österreich ist gut, bunt - ich höre sie, auf Tonträgern und Konzerten. Leider schon lange nicht mehr im Radio, deshalb dreh ich ihn auch nimma auf. Wie viele Radio-VerweigerInnen, die in keinen Statistiken und Tests zu finden sind. Lassen wir doch die Menschen vor ihren Empfangsgeräten an unseren kreativen, lustigen, traurigen, tanzbaren, schrägen Liedern, erdacht bei uns daham, teilhaben."
Birgit Denk, www.bdenk.at
Al Cook  "Als dienstältester Musiker und Kulturschaffender kenne ich dieses Thema bereits seit Beginn meiner Laufbahn. Ich produziere zwar keine typische Ö-Musik, weiß aber sehr gut, woran das ganze krankt. Patriotismus und Nationalgefühl wird bei uns bis auf den Fußball, generell ins rechte Eck gestellt. Alles was aus dem anglo-amerikanischen Raum kommt, wird kritiklos geschluckt, und die globalen Musikkonzerne sind an Vielfalt wirtschaftlich nicht interessiert. Zwischen Stadel und Rap klafft ein Loch. Dort spielt sich die Musik ab."
Al Cook, www.blues.at/alcook
Clara Luzia | © Foto: Sarah  Haas  "Mir geht es nicht um Patriotismus oder die Aufwertung eines Nationalgefühls. Es muss egal sein, woher Musik kommt, wichtig ist nur, dass sie kommt. Und aus Österreich kommt viel. Aber ohne Publikum verpufft hier viel kreative Energie im Nirgendwo. Dass ein sich selbst als Musiknation deklarierendes Land das leisten kann, darf nicht nur bezweifelt, sondern klar verneint werden. Dem ORF käme hier eine entscheidende Funktion zu – die er aber nicht einmal im Rahmen seines Bildungs- und Kulturauftrags wahrnimmt. Maßnahmen wie der Musikfonds sind eine Möglichkeit, heimischen Musiker/innen unter die Arme zu greifen. Aber was nützen toll produzierte Alben, wenn sie kein Mensch zu hören bekommt?"
Clara Luzia, www.claraluzia.com
Florian Scheuba  "Quotenregelungen sind unelegant. Über ihre Berechtigung und ihren Sinn lässt sich beinahe endlos diskutieren. Aber nur beinahe. Denn es gibt einen Punkt, an dem sich die Diskussion aufhört. Bei 5% Anteil Ö-Musik auf Ö3 ist dieser Punkt erreicht. Ein gebührenfinanziertes Unternehmen, das einen gesetzlich vorgeschriebenen Kultur- und Bildungsauftrag zu erfüllen hat, muss mit Grenzen leben. Würde beispielsweise ORF1 eine Show wie das »Dschungelcamp« senden, hätte dieser Sender seine Daseinsberechtigung verwirkt. Der Umgang mit österreichischer Musik auf Ö3 stellt mittlerweile eine vergleichbare Situation dar. Das Argument, eine mit mehr heimischem Gras angefütterte Cash-Cow würde weniger Milch geben, entbehrt der empirischen Entsprechung in der Realität. Um irrationale Ängste zu neutralisieren, wäre auch eine für alle Sender geltende Quote akzeptabel. Quotenregelungen sind unelegant. Aber bei diesem Thema leider zur Zeit ohne Alternative."
Florian Scheuba, www.florianscheuba.at
Roland Neuwirth  "Wir lassen uns den eigenen Musikmarkt so sehr von USA und D wegfressen, dass wir bereits kein natürliches Selbstverständnis mehr haben. Durch die gleichmachende Monokultur geht das eigenständige Denken, Schaffen und unsere Sprache vor die Hunde: unsere gesamte Identität! Wirkliche Musik ist millionenfach reichhaltiger als das, was uns täglich in den Medien geboten wird. Dass diese ihre eigenen Landsleute kaum zu Wort kommen lassen, ist 1.) grotesk, 2.) ein Verbrechen an der österr. Kultur, und 3.) charakterlos. Ich bin daher für einen größtmöglichen Ö-Musikanteil in Radio & TV. Alles andere ist armselig."
Roland Neuwirth, Extremschrammeln
Thomas Rabitsch  "Eine einzige Sendung Dancing-Stars ist, was die Musikauswahl betrifft, vielfältiger, innovativer und spannender als eine ganze Woche Ö3. Die unerträgliche Lage eines nationalen Musikanteils von 5% im Hitradio ist angesichts der Krisen-Situation in der Musikindustrie weder tragbar noch begründbar. Es werden durch den Ö-Musikfonds viele heimische Produktionen finanziell unterstützt, um dann auf Ö3, der größten Pop-Plattform des Landes, nicht gesendet zu werden. Das ist absurd. Ein Popstar wie Falco hätte heute keine Chance, im »Hitradio« gespielt zu werden: zu »abgehoben«, »schwierig«, unberechenbar, zu wenig angepasst für's brave Format. Ö3 postuliert: Wir spielen die Hits! – Besser wäre die Ansage: Wir machen die Hits! – Man hätte glauben können, dass die Dachmarke ORF eine gemeinsame Gangart von TV und Radio ermöglicht. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus."
Thomas Rabitsch, www.rabitsch.cc
Vera & TwinTowas  "Wir freuen uns über den support, den uns österreichs radiosender zuteil werden lassen. trotzdem sind wir der meinung, daß österreichs gesamter radiolandschaft mehr junge, österreichische musik gut tun würde. das land ist gesegnet mit großen musikalischen talenten, die absolut bereit sind, gehört zu werden."
Vera & TwinTowas, www.veralovesmusic.com
Ernst Molden  Generell widerstrebt mir, Medien etwas vorzuschreiben. Aber daß die ORF-Radios sich nicht aus dem Pool erstklassiger Musik bedienen, der hierzulande in den vergangenen Jahren zusammengekommen ist, ist in einer Weise ignorant, die an Selbstbeschädigung grenzt. Die begabten österreichischen Musiker werden nämlich weiterhin Musik machen, selbst wenn man es ihnen so schwer macht wie gerade jetzt. Die charakterfreien Sender indes könnten eines Tages auf der Strecke bleiben.
Ernst Molden, www.ernstmolden.at
Anna Müller  "Warum in österreichische, junge Bands investieren, wenn es keine Plattform dafür gibt? »Neue Österreicher« zu sein, ist kein Garant für Rotation oder Aufmerksamkeit im ORF, aber Bedingung, um überhaupt auf Ö3 bzw. im ORF-Radio stattzufinden. Viele junge Bands begraben sehr schnell den Wunsch, Musik zum Beruf zu machen, da sie schnell lernen, daß Interesse und Begeisterung für österreichische, selbstgemachte Musik in den Radios fehlt. Meine Anerkennung an alle Ö-Musikerkollegen, die, so wir wir, nicht aufgeben und weiterkämpfen."
Anna Müller, www.herbstrock.at


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