SOS - Musikland

Stimmen zum Thema

Gabriele Proy  "Als Komponistin ist es mir natürlich ein Anliegen, daß Zeitgenössische Musik aus Österreich in den heimischen Medien vermehrt präsentiert wird. Auch werden sich öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten kleinerer EU-Staaten zukünftig besonders auf ihren Bildungs- und Kulturauftrag konzentrieren. Denn je mehr musikalisches und kulturelles Schaffen aus Österreich im ORF gesendet wird, desto besser wird sich der ORF neben den anderen deutschsprachigen Rundfunkanstalten behaupten können."
Gabriele Proy, www.gabrieleproy.at
Simon Vosecek  "Was man nicht kennt, das kann man auch nicht schätzen! Unter einem Bildungsauftrag für die öffentlich-rechtlichen Medien verstehe ich eine Aufforderung, den Zusehern und Zuhörern genügend Information über die neueste Kunst [nicht nur Musik!] zur Verfügung zu stellen, um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser zu ermöglichen. Stattdessen geht die Sendezeit stetig zurück – ein Alarmsignal!"
Simon Vosecek, www.platypus.or.at
Hannes Raffaseder  "Unser selbsternanntes Musikland bezieht sich doch vor allem auf Haydn, Mozart, Schubert und vielleicht gelegentlich noch auf Falco. Das lebendige, gegenwärtige Musikschaffen hat es hingegen generell sehr schwer! Nicht nur im ORF, auch in anderen Medien, bei Veranstaltern und Festivals, ja selbst in der Ausbildung ist eine viel stärkere Berücksichtigung dringend notwendig. Entscheidend ist dabei zunächst vor allem die Qualität der Berichterstattung, mit der die in unserem Land vorhandene Vielfalt, die Originalität und Professionalität von Ö-Musik in den unterschiedlichsten stilistischen Ausprägungen präsentiert werden. Wenn Hörer/innen auf eine abwechslungsreiche, auf höchstem Niveau agierende Szene neugierig gemacht werden, nehmen bestimmt viele dieses musikalische Angebot als Alternative zum derzeit alles dominierenden akustischen Einheitsbrei auch dankend an."
Hannes Raffaseder, www.raffaseder.com
Johannes Kretz  "Auch wenn diese Kategorien immer mehr ineinander fließen: Gerade im Bereich der E-Musik sind für die Zukunft eines Musiklandes zumindest zwei Faktoren entscheidend, nicht nur das Verhältnis zwischen heimischen und importierten Inhalten, sondern ganz entscheidend auch: das Verhältnis zwischen der Präsentation von toten und lebenden Komponisten, genauer noch zwischen urheberrechtlich geschützter und freier Musik. Es ist die Aufgabe eines Senders mit Bildungs- und Kulturauftrag, Raum zu schaffen, wo zeitgenössische Kreativität erfahrbar wird und der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Diskussion ausgesetzt ist. Sich darauf auszureden, daß nur das im Radio oder TV gespielt werden soll, was zahlenmäßig den meisten schon beim ersten Wahrnehmen gefällt, ist zu billig, feige und kurzsichtig. Die nachhaltige kulturelle Entwicklung eines Landes bedarf auch der Auseinandersetzung mit dem möglicherweise zunächst Unbequemen. Und das braucht ausreichend [und deutlich mehr] Platz in der Gesellschaft, in den Medien, den Veranstaltungsräumen und ganz besonders auch im ORF."
Johannes Kretz, www.johanneskretz.com
Bruno Strobl  "Erfüllt der ORF seinen gesetzlich verankerten Bildungs- und Kulturauftrag? Betrachten wir die so genannte E-Musik: Die lebenden österreichischen Komponist/innen sind z. B. in Ö1 – sie werden ja fast nur dort gespielt – mit 5,83 % vertreten! Ihre Sendezeit ist in den Jahren von 1998 bis 2007 von 9.732 auf 4.005 Minuten pro Jahr zurückgegangen! Diese deprimierenden Zahlen sprechen Bände, und die oben gestellte Frage beantwortet sich damit von selbst. Es sind die Sendezeiten wieder zu erhöhen und zusätzliche, neue, qualitative, Neugier weckende Präsentationsmöglichkeiten für zeitgenössische Musik zu schaffen!"
Bruno Strobl, www.brunostrobl.at
Dr. Josef Cap, SPÖ-Klubobmann  "So sehr ich die Anliegen der österreichischen Musikwirtschaft auch verstehe, so sehr muss ich leider auch betonen, daß diese Idee grundsätzlich schwierig zu realisieren ist. Diese liegen vor allem im Europäischen Gemeinschaftsrecht, im Hinblick auf das Diskriminierungsverbot von Musik aus anderen Mitgliedstaaten. Möglich wäre allenfalls ein gewisser Anteil einer Quote in deutscher Sprache. Allerdings genießt der ORF bei der Programmgestaltung eine gewisse, auch verfassungsrechtlich garantierte Autonomie. Ich glaube nicht, daß starre Quoten der Weisheit letzter Schluss sind, sondern daß letztlich immer noch der Publikumsgeschmack im Wettbewerb um Hörer und Seher ausschlaggebend ist. Sehr begrüßen würde ich allerdings die in letzter Zeit wieder ins Gespräch gebrachte Selbstverpflichtung des ORF." (Quelle: Standard)
Dr. Josef Cap, SPÖ-Klubobmann, www.spoe.at
Harald Vilimsky, FPÖ-Gen.sek.  "ORF bedeutet Österreichischer Rundfunk, daher hat er auch die Aufgabe, gerade heimische Künstler, wie eben Musiker, Literaten, sowie umfassende Informationen und Dokumentationen über unser Land ganz besonders zu fördern. Ich halte hier allerdings nichts von Zwangsmaßnahmen, da der Markt entscheidet, welche Musik gehört wird und welche nicht. Es darf jedoch nicht so sein, daß österreichische Musik quasi 'Sendeverbot' erhält, wie dies ja früher quasi der Fall war." (Quelle: Standard)
Harald Vilimsky, FPÖ-Gen.sek., www.vilimsky.at
Stefan Schennach, Mediensprecher Grüne  "Ich bin gegen fixe Quoten, aber der öffentlich-rechtliche Sender hat die Verpflichtung (Selbstverpflichtung) österreichisches Musikschaffen auch zu transportieren. Der ORF hat dies in der Vergangenheit viel zu wenig gemacht, die Kritik ist berechtigt. Hier geht es auch um die Unterstützung der heimischen Szene, die sich nicht in Starmania erschöpfen kann." (Quelle: Standard)
Stefan Schennach, Mediensprecher Grüne, www.gruene.at
Ing. Peter Westenthaler, BZÖ-Klubobmann  "Das BZÖ steht gegen jede Form von Diskriminierung und Quoten. Die österreichische Musikszene hat in den letzten Jahren bewiesen, daß sie mit zeitgemäßen Produktionen durchaus international mithalten kann und damit auch gespielt wird. Gespielt wird was gefällt - that's it! Mehr Österreich würde aber sicher gut tun." (Quelle: Standard)
Ing. Peter Westenthaler, BZÖ-Klubobmann, www.bzoe.at
Hans-Joachim Roedelius  "Seit vier Jahrzehnten bin ich als freischaffender Künstler unterwegs. Ich möchte nicht ins gleiche Horn stoßen wie viele, die meinen, daß es im Hintergrund des Musikbusiness graue Eminenzen gibt, die den sg. Mainstream machen und steuern. Jammern über zuwenig und buhlen um mehr Airplay beim Public Radio bringt vielleicht auf Dauer ein paar Prozentpunkte mehr, aber damit allein ist das Problem ja nicht gelöst. Das angloamerikanische Musikmodell ist längst Common sense geworden am globalisierten Markt. Wir brauchen eine Musikkultur mit eigener Identität, nicht das immer wieder Nachgemachte dessen, was letzten Endes doch nur den anderen die Quoten bringt. Innovation verlangt, Offenheit, Flexibilität vor allem im eigenen Bewußtsein."
Hans-Joachim Roedelius, www.roedelius.com


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