SOS - Musikland

Stimmen zum Thema

Udo Jürgens  "Ich bin der Meinung, daß ein Land, das seine Musik im Radio nicht mehr spielt, seine Identität langsam verliert."
Udo Jürgens, www.udojuergens.de
Mag. Wilhelm Molterer  Zur Umsetzung der von Ihnen angesprochenen Verpflichtung kann ich mir für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verschiedene Varianten vorstellen, die von einer ernst gemeinten und festgeschriebenen Selbstverpflichtung reichen - wie es ja schon einmal seitens des ORF zugesagt war - bis hin zu einer Quotenregelung.
Mag. Wilhelm Molterer, www.parlament.gv.at
Anne Semper  "I find it hard to understand why so much of the music made here in Austria does not get airplay. In England where I grew up, it would be considered a sin not to play homegrown music. Even the small caribbean Island Antigua where I was born, play the Calypso music made there. Some of the music made here is sent to America for mastering and then sent back here as imports to give them a little chance. Does that really make sence? Support for music made in Austria is definitely needed."
Anne Semper, musikergilde.at/mitglieder/bettyS
Sascha Penz  "Das künstlerische Schaffen spiegelt die Seele eines Landes. Mentalität, Gefühle, Probleme werden übermittelt. Die Geschichte zeigt, daß die deutsche Sprache durch Musik zu uns gekommen ist. Als Wiener vermisse ich heute den Dialekt in der Musik, da ich selber mit Ambros, Danzer, Fendrich, usw. aufgewachsen bin. Es ist nicht so, daß das keiner hören will oder daß es ihn nicht mehr gibt, sondern vielmehr, daß er verhöhnt wird. Wie soll man Musik kennenlernen, wenn man sie nicht spielt? Darin sollte die Aufgabe der Medien liegen. Jedermann weiß, daß die Medien den Großteil der Menschen lenken, siehe Kriegsgeschichte. Ohne Unterstützung ist es für Musiker aussichtslos, es sollte ein Umdenken stattfinden."
Sascha Penz, www.lichtwaerts.at
Margo  "Österreich kämpft schon lange mit Minderwertigkeitskomplexen, auch in der Musik ist das spürbar. Dazu kommt eine gewisse Trägheit und ein Hauch Melancholie. Unerfreulich, daß man als junger Künstler hier bald geneigt ist, sein Talent unter den Scheffel zu stellen. Es sei denn, man verfügt über eine zähe Beharrlichkeit und Ehrgeiz, den jedoch sehr viele Vollblutmusiker nicht besitzen (was sie sympathischer macht). Diese Künstler fehlen aber hier. Mit ‚gesundem Engagement’ kommt man bei uns offensichtlich nicht weit. Das Fremde ist stets faszinierender. Der Prophet im eigenen Land … wissen wir eh schon, doch bereits meine Oma sagte: »Auch das Exotische wird irgendwann fad.« Stolz brauchen wir auf unser Radio nicht sein. Trotzdem, Leute und Kollegen, es kann nur besser werden, weitermachen! Es gibt nicht nur passive Konsumenten."
Margo, www.margo.at
Wolfgang Laab  "Die Seele eines Landes spiegelt sich in seiner Kultur wider. Ein Land, das seine Kultur dem Kommerz preisgegeben hat, ernährt sich von geistigem und künstlerischem 'Junkfood' – in unserem Fall: hauptsächlich von importiertem. Künstlich gesüßte Musik ohne Nährwert, die noch dazu fett macht. Das betrifft jeden! Humor ist, wenn man trotzdem lacht."
Wolfgang Laab, www.laabmusic.net
Manuela Kerer  "Was der Bauer nicht kennt, frißt er bekanntlich nicht. Wie aber soll er Lust auf Sushi bekommen, wenn er tagein- tagaus nur Knödel vorgesetzt bekommt? Wie soll dementsprechend der Radiohörer Neue Musik kennen lernen, wenn sie quasi „vergettoisiert“ zu unmöglichen Zeiten gesendet oder gar ausgeklammert wird? Ich bin felsenfest davon überzeugt, daß die Menschen oft gar nicht wissen, was ihnen entgeht. Man muß sie 'erwischen', ihre Phantasie herausfordern und ihnen durch musikalische Vielfalt im Radio zumindest die Chance zur Auseinandersetzung geben. Denn Reibung erzeugt Energie. Wobei Knödel super sind und bleiben. Aber Sushi auch. Und Döner und Pizza erst …"
Manuela Kerer
Michael Wachelhofer  "Wir sind das Märchenbuchbeispiel für das, worum es hier geht: Plattenvertrag in Amerika, Airplay ebendort, Artikel in unzähligen Magazinen in Amerika und ganz Europa, und seit zwei Wochen sind wir bei einer amerikanischen Radiostation auf Platz 1. In Österreich scheint das - von den Radiosendern angefangen, bis hin zu den Magazinen - aber niemand wirklich zu interessieren! Was muß man eigentlich noch tun? In England wurden wir zur 'Steve Price' Talkshow eingeladen, unser Album vorzustellen, BBC Wales und andere haben einige der Songs gespielt, wir waren dort auf Tour. Wer genau ist dieser "jemand" in Österreich, der meint, sich über den amerikanischen und englischen Musikmarkt stellen zu dürfen? In den Achtzigern, die ich auch noch miterleben durfte, war zumindest jeder 4. Titel aus österreichischer Feder."
Michael Wachelhofer, www.cornerstone.co.at
Michael Amann  "Das aktuelle künstlerische Schaffen unseres Landes zu präsentieren, ist eine wichtige Aufgabe einer Rundfunkanstalt. Und es wäre den Versuch wert, diese Musik aus der Zeitnische am späten Abend herauszuholen und ihr auch einen anderen zeitlichen Rahmen zu geben: Viele am geistigen, kulturellen und politischen Leben Interessierte sind auch neugierig und offen genug, um neue Klänge nicht als Zumutung, sondern als Bereicherung zu empfinden. Und der allergrößte Teil der Komponist/innen ist nicht so elitär, wie es einmal gewesen sein mag. Eine Konfrontation dieser beiden Gruppen wäre mutig und gewinnbringend."
Michael Amann, www.michael-amann.at
Gerd Kühr | © Foto: Heimo Binder  "Fordert man mehr Musik aus Österreich im Rundfunk, bedeutet dies natürlich nicht die gern unterstellte Förderung des Mittelmaßes. Es geht vielmehr um die Unterstützung des hochbegabten kreativen musikalischen Nachwuchses und exzellenter professioneller Berufsgruppen. Der ohnehin kleine Musikmarkt Österreich muss wenigstens eine Basis für die verschiedenen Laufbahnen bieten können. Das zu leisten sollte beim ORF - ausgestattet mit dem Kulturauftrag - außer Frage stehen."
Gerd Kühr, www.kug.ac.at


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