SOS - Musikland

Unsere Forderung: Europa-Standard

Europäische Radios senden im Durchschnitt mehr als 40 Prozent Musik aus dem eigenen Land.

Wir betrachten es als Aufgabe des ORF, die in Österreich geschaffene Musik vorzustellen. Dann entscheidet das Publikum! Seit zwanzig Jahren entscheidet eine Nürnberger Beratungsfirma. Ihr überholtes Konzept bildet nach wie vor die Grundlage der Musikzusammenstellung. Alle dürfen: Redakteure dürfen Musik nur aus einer vorgegebenen Repertoire-Liste auswählen. Das Publikum darf sich alles wünschen. Erfüllt wird ein Wunsch aber nur, wenn er sich auf dieser Liste findet. So will es das Gesetz des Formatradios.

Musik aus Österreich steht auf dieser Liste ganz weit unten: Zuletzt - 2011 - sendete der ORF im Durchschnitt seiner Radioprogramme 16,1 Prozent CDs mit Kompositionen aus Österreich. Auf Ö3, dem Programm mit der größten Reichweite, stammt nur jeder 18. Tonträger aus dem eigenen Land. 2008 sendete Radio Wien 9 CD-Kompositionen aus Österreich am Tag. Ö1 berücksichtigte hier lebende Komponisten ernster Musik mit 8,6 Prozent. Jazz, traditionelle wie neue Volks- und Weltmusik brachten es zusammen auf rund 7.400 Sendeminuten [von theoretisch möglichen 525.000 Minuten] im Jahr.

Das sind für ein »Land der Musik« unwürdige Zustände! In Österreich lebende Musikschaffende werden diskriminiert, die heimische Musikwirtschaft massiv geschädigt.

Ein Radioprogramm bietet natürlich immer nur eine Auswahl. Ein Grundrecht für Musikschaffende, daß ausgerechnet ihr Werk öfter gesendet wird, gibt es nicht. Jahrelang wurde Musik aus Österreich allerdings fast vollständig ausgeblendet. Dann versprach die Ö3-Aktion Die neuen Österreicher einen Neuanfang – und hat sich als Mogelpackung herausgestellt. Inhalt: eineinhalb Musikstücke aus Österreich mehr am Tag.

Neue Österreicher - Neuer ORF

Wir wünschen uns einen Neuen ORF: einen selbstbewußten ORF, der die österreichische Musikszene in ihrer Vielfalt vorstellt, sich an den Wünschen des Publikums orientiert und neues Interesse weckt. Einen starken ORF, der eigenes Programm produziert. Einen unverwechselbaren ORF, der den gesetzlichen Auftrag als Beitrag zur Vielfalt versteht - und wieder Trends setzt, statt ihnen nachzuhinken. Diesen ORF brauchen wir. Die privaten Radio und TV-Sender werden dem Marktführer folgen – wie bisher.

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CDs im ORF Radio 2007
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